Zur Rassebeschreibung und Geschichte der Appenzeller Spitzhaubenhühner:

Appenzeller Spitzhauben stehen auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und bedrohter Haustierrassen (GEH). Appenzeller Spitzhauben sind eine freiheitsliebende, wachsame und sehr vitale, faszinierende und traditionsreiche Hühnerrasse aus dem Ostalpenraum. Sie ist wohl eine der attraktivsten Hühnerrassen; auffälligste Merkmale sind der möglichst geschlossene, nach vorne gestellte Schopf und (anstelle des bei bekannteren Rassen üblichen Fleischkamms) die beiden Hörnchen.

NofreteteErwachsene Naturbrut Appenzeller Spitzhauben Gockel führen äußerst aufmerksam ihre Gruppe und warnen zuverlässig vor Gefahren ihrer natürlichen Feinde wie Sperber, Bussard, Habicht etc. und parieren somit manchen Angriff, der vielen anderen Hühnerrassen zum Verhängnis würde.

 

Alte Überlieferungen beschreiben, daß die goldschwarzgetupften Appenzeller Spitzhauben aufgrund ihrer Zeichnung (sog. „Bambi“-Effekt) von Füchsen schlechter als Beute wahrgenommen werden und sich daher für die Freilandhaltung besonders eignen. Schwarzen Appenzeller Spitzhauben hingegen wird nachgesagt, daß sie abschreckend auf Greifvögel wirken, da sie von diesen aus der Ferne für Kolkraben gehalten würden.

linde 

(In der Tat hatte meine Appenzeller Spitzhaubenschar, bestehend aus goldschwarzgetupften und wenigen schwarzen, bisher keinerlei Verluste durch Füchse oder Greifvögel. Nur der Marder stellt immer wieder nachts eine Gefahr dar für aufgebaumt schlafende Junghennen. Bei den Hennen meiner unmittelbaren Nachbarn hingegen gab es wiederholt tagsüber große Verluste durch Füchse und Greife).

 

Während im Freilauf gehaltene Naturbrut-Appenzeller Spitzhauben schon von weitem ihren Besitzer erkennen und auf ihn zu schreiten, halten sie fremden Personen gegenüber Distanz. Appenzeller Spitzhauben vermitteln durch ihr Verhalten und ihr Äußeres dem Betrachter den Eindruck eines Wildhuhns. Zwischen hohen Pflanzen, im Herbstlaub oder auf Bäumen sitzend sind besonders die Goldschwarzgetupften aufgrund ihrer Färbung gut getarnt.

 

Heidi

Durch seine Kletterfreude, sein für eine Großrasse geringes Gewicht, seine Flugfähigkeit und Wetterfestigkeit ist das Appenzeller Spitzhaubenhuhn ideal an ein Hühner-Leben im Voralpenraum angepasst. Zum Übernachten baumt es gerne auf und macht auch nicht vor hohen Bäumen halt.

 

Wer sich glücklich schätzen darf, eine Schar dieser seltenen Appenzeller in seinem Garten zu halten, sollte auch ein gewisses Maß an Sportlichkeit und Humor besitzen: Gerade bei der eigenen Junghennen und Hähne-Aufzucht wird es bisweilen notwendig, seinen wertvollen Tieren abends auf die Bäume nachzusteigen, um sie auf die (hoffentlich nicht zu tief angebrachten) Sitzstangen im Stall zu setzen.  

 

Eier

Bei natürlicher Haltung entwickeln die Appenzeller Spitzhauben Hühner auch ihren natürlichen Bruttrieb und führen ihren Nachwuchs aufopferungsvoll. Im ersten Legejahr sind ca. 180 Eier zu erwarten. Das Eigewicht einjähriger Appenzeller Spitzhauben Hennen liegt bei 55 Gramm; die ersten Eier von Junghennen sind oft bei 40 Gramm; eine meiner mehrjährigen Althennen legt trotz ihrer geringen Körpergröße sogar 75 gr. schwere Eier.