Zur Herkunft und Rassegeschichte:

Spitzhaubenhühner blicken auf eine lange Entstehungsgeschichte zurück; schon auf Gemälden europäischer Maler vom Landleben des 15. und 16. Jahrhunderts sieht man bisweilen Abbildungen von Hühnern mit ausgeprägtem Federschopf. Durch Handel mit Oberitalien und den Schwarzmeergebieten gelangten die Hühner damals als lebender Proviant über die Schweiz rheinabwärts auf Holzflößen nach Holland und weiter, auch als Handelsware, über den Seeweg nach Rußland. Weitere Handelswege, die zur Verbreitung dieser Hühner beitrugen, waren auch Inn und Donau.

Unterschieden werden im Alpenraum drei Ausprägungen der Spitzhaubenhühner: Tiroler Huhn, Polverara und Appenzeller Spitzhaube (vgl. Fundus Agri-Cultura Alpina)

Geschichte

Zu den Verwandten des Appenzeller Spitzhaubenhuhns werden u.a. die französische Rasse La Flèche, die niederländischen Brabanter und die osteuropäischen Pawlowa-Hühner gezählt.

Der Name des Appenzeller Spitzhauben Huhns wird durch zwei unterschiedliche Theorien erklärt: Zum einen gab es in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts, als diese Rasse sehr selten geworden war, in den beiden Schweizer Halbkantonen noch Restbestände des Spitzhaubenhuhns. Ein anderer Erklärungsansatz führt den Namen auf die Ähnlichkeit mit der Kopfbedeckung der Volkstracht der Appenzeller Frauen zurück.

Geschichte

„In diesem Mittelgebirgsland, wo Bauernhöfe im Grünland verstreut eingebettet liegen, wo monatelang Frost und Schneetreiben herrschen, da sind die Appenzeller Hühnerrassen so erzüchtet worden, wie man sie hier braucht. Nur wetterfeste, robuste Tiere können hier bestehen, bei denen die empfindlichen Körperteile Kehllappen und Kamm durch Bart oder Haube geschützt sind (…) Außerdem müssen die Hühner so sehr beweglich und leichtgewichtig sein, daß sie auf dem Grasland um den Hof viel Naturfutter (…) selbst suchen können. Das dürfen also keine schwere oder fette, phlegmatische Hühner sein, sondern die müssen äußerst beweglich, ja flüchtig sein, um auch vom Fuchs oder Habicht nicht so leicht geschlagen zu werden.“ (Kurt Fischer 1996, Schweizer Rassehühner, S. 7f.) So wurde das Herkunftsland und Zuchtziel der Appenzeller Spitzhauben m. E. kurz und treffend beschrieben.

Spitzhaubenhühner sind eine Rasse mit Geschichte; zum Alter und zur Entstehung der Appenzeller Spitzhauben gibt es verschiedene Auffassungen: Während in der verfügbaren Fachliteratur zur Rasse ausgegangen wird, daß die Zuchtanfänge dieser Rasse zur Zeit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert lägen (vgl. Fischer ebd. S. 32), gibt es auch Hinweise auf wesentlich früher zurückreichende Wurzeln unserer heutigen Spitzhauben: So gibt es einige Gemälde bereits aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die Hühner abbilden, die den heute gezüchteten Appenzeller Spitzhauben sehr ähnlich sind (vgl. u. a. Gemälde des niederländischen Tiermalers Melchior de Hondecoeter (*1636, +1695). Auf diesen Gemälden, teilweise von geschlachteten Tieren, sind eindeutig der recht ausgeprägte Hörnerkamm sowie die Spitzhaube und auch eine Färbung zu erkennen, die den heutiger Goldschwarzer Appenzeller Spitzhauben ähnelt.

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Detailansicht Bestandsdaten für Deutschland Appenzeller Spitzhauben

Rassebezeichnung

Jahr

weibliche Tiere

männliche Tiere

Appenzeller Spitzhauben schwarz

2013

67

15

Appenzeller Spitzhauben gold-schwarzgetupft

2013

84

22

Appenzeller Spitzhauben blau

2013

11

4

Appenzeller Spitzhauben silber-schwarzgetupft

2013

394

98

Appenzeller Spitzhauben chamois-weißgetupft

2013

25

9